Pressemitteilung schreiben, die KI-Assistenten richtig verstehen
Die klassischen Regeln fürs Schreiben einer Pressemitteilung gelten weiter. Aber seit KI-Assistenten Texte zerlegen, gewichten und neu zusammensetzen, entscheidet die Struktur darüber, ob Ihre Zahlen und Aussagen korrekt ankommen. Sieben Regeln aus der Praxis.
Stand: 9. September 2026
Wie ein KI-Assistent eine Pressemitteilung liest
Ein Mensch liest von oben nach unten. Ein KI-System, das eine Frage beantworten soll, holt sich die Seite, zerlegt sie in Abschnitte von einigen hundert Wörtern und bewertet, welche Abschnitte zur Frage passen. Es liest oft nicht die ganze Meldung – es liest die drei Abschnitte, die am ehesten passen, und formuliert daraus eine Antwort.
Daraus folgen zwei Konsequenzen: Jeder Abschnitt muss für sich verständlich sein. Und die wichtigsten Fakten müssen dort stehen, wo sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gelesen werden – am Anfang und in klar abgegrenzten Blöcken.
Sieben Regeln
1. Das Wichtigste in den ersten drei Sätzen – vollständig. Wer, was, wann, wo, warum. Nicht als Teaser, sondern als Aussage. „Die TeamEinsNull GmbH veranstaltet am 19. September 2026 den Obstacle City Run im Berliner Olympiapark" ist ein Satz, den ein System übernehmen kann. „Berlin bekommt ein neues Laufhighlight" ist keiner.
2. Jeden Absatz so schreiben, dass er allein steht. Vermeiden Sie Rückbezüge wie „wie oben erwähnt", „das Unternehmen" oder „die Veranstaltung", wenn im selben Absatz nicht steht, welches Unternehmen und welche Veranstaltung gemeint ist. Nennen Sie den Namen erneut. Das wirkt für Menschen leicht redundant und ist für Maschinen der Unterschied zwischen richtig und falsch.
3. Zahlen mit Einheit, Bezug und Quelle. „40 Prozent mehr" ist nutzlos. „40 Prozent mehr Teilnehmer als 2025 (1.400 statt 1.000, Angaben des Veranstalters)" ist eine Aussage. Nennen Sie bei jeder Zahl, worauf sie sich bezieht und woher sie stammt. Ungeprüfte Zahlen werden als Unternehmensangaben kenntlich gemacht – auch von uns.
4. Superlative streichen oder belegen. „Marktführer", „einzigartig", „erstmals" – KI-Systeme übernehmen solche Aussagen oft ungeprüft, und wenn ein anderes System sie als falsch erkennt, sinkt die Glaubwürdigkeit der ganzen Quelle. Belegen Sie („laut Studie X") oder lassen Sie es weg.
5. Eindeutige Namen, immer gleich geschrieben. Ein Produkt heißt in der ganzen Meldung gleich – nicht mal „whaaat.ai", mal „Whaaat AI", mal „die Plattform". Firmierung, Marke und Produktname unterscheiden. Bei Personen: voller Name und Funktion bei erster Nennung.
6. Zitate als Zitate erkennbar machen. Wörtliche Zitate in Anführungszeichen mit Name und Funktion direkt davor oder danach. Meinung und Fakt trennen: „Wir sind überzeugt, dass …" ist ein Zitat und gehört dem Sprecher; „Das Produkt reduziert die Bearbeitungszeit um 30 Prozent" ist eine Tatsachenbehauptung, die belegt sein muss.
7. Einen Fragenblock anhängen. Drei bis sechs Fragen, wie Kunden oder Journalisten sie tatsächlich stellen würden, mit in sich geschlossenen Antworten. Nicht als Marketing-FAQ („Warum ist unser Produkt das beste?"), sondern als Recherche-Hilfe („Ab wann ist das Produkt in Deutschland verfügbar?"). Dieser Block ist der Teil, den KI-Systeme am häufigsten nutzen.
Was aus einer klassischen Pressemitteilung bei Leitquelle wird
Sie müssen Ihre Meldung nicht selbst umbauen. Leitquelle nimmt die klassische Pressemitteilung an und erstellt daraus die Referenzversion: Faktenbox, FAQ-Block, Zitierfassung, strukturierte Daten. Neu formulierte Zitate lassen wir uns freigeben, wörtliche Zitate übernehmen wir unverändert. Wie die Referenzversion aufgebaut ist
Beispiel: mypacing (LQ-0005) als Produktmeldung mit FAQ-Block.
Weiter: JSON-LD für Pressemitteilungen und Pressemitteilung veröffentlichen.
Häufige Fragen
- Wie lang sollte eine Pressemitteilung sein?
- 300 bis 600 Wörter für den Haupttext reichen in den meisten Fällen. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass die Kernfakten in den ersten drei Sätzen vollständig stehen und jeder Absatz für sich verständlich ist. Ein ergänzender Fragenblock mit drei bis sechs in sich geschlossenen Antworten erhöht die Verwertbarkeit für KI-Systeme deutlich.
- Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO bei Pressemitteilungen?
- SEO zielt auf Platzierungen in Suchmaschinen und arbeitet mit Keywords, Links und technischer Optimierung. GEO (Generative Engine Optimization) zielt darauf, dass KI-Assistenten eine Quelle korrekt verstehen und wiedergeben. Dafür zählen in sich geschlossene Abschnitte, eindeutige Fakten mit Quelle, strukturierte Daten und eine zitierfähige Zusammenfassung. Beides schließt sich nicht aus.
- Sollte ich eine Pressemitteilung mit ChatGPT schreiben lassen?
- Als Werkzeug für Gliederung und Formulierungsvarianten ist das unproblematisch. Als Ersatz für Recherche und Fakten nicht: KI-generierte Texte neigen zu unbelegten Superlativen und erfundenen Details. Prüfen Sie jede Zahl, jeden Namen und jedes Zitat. Kuratierte Portale wie Leitquelle nehmen erkennbar automatisiert erzeugte Massentexte nicht an.
- Warum sollen Firmennamen in jedem Absatz wiederholt werden?
- Weil KI-Systeme Texte in Abschnitten verarbeiten und ein Abschnitt, in dem nur „das Unternehmen" steht, ohne den vorherigen Absatz nicht zuzuordnen ist. Wird der Abschnitt isoliert genutzt, kann die Aussage einer falschen Firma zugeschrieben werden. Die erneute Nennung des Namens verhindert das.
- Was gehört in die Faktenbox einer Pressemitteilung?
- Absender (Firmierung), Gegenstand der Meldung, Datum und Ort, die zentralen Zahlen mit Bezug und Quelle, Ansprechpartner mit Kontaktdaten und – bei Veranstaltungen – Termin, Ort und Anmeldung. Die Faktenbox steht vor dem Fließtext und enthält keine Wertungen.
Sie haben eine fertige Pressemitteilung?
Reichen Sie sie ein – die Referenzversion bauen wir.
Meldung einreichen