GesundheitPressemitteilungLQ-0005

mypacing legt Datenbasis für Crash-Forschung bei ME/CFS und Long COVID vor: 229 Episoden von 96 Menschen

von mypacingverifizierter Absender

Bochum, 3. September 2026 — Die Pacing-App mypacing hat nach eigenen Angaben ihre Forschungsdatenbasis so weit ausgebaut, dass sich eine zentrale Frage der Pacing-Forschung untersuchen lässt: Wann beginnt ein Crash? Grundlage sind die Daten von 225 Menschen, die ihre Aufzeichnungen pseudonymisiert für die Forschung freigegeben haben.

Eine Person hält unter einer Decke ein Smartphone mit geöffneter mypacing-App; der Bildschirm zeigt die Tagesansicht „Mach heute langsam“ mit Belastungsbalken bei 65 Prozent und dem täglichen Check-in.
Tagesansicht der Pacing-App mypacing mit Belastungsanzeige und Check-in. — Bild: mypacing (KI-generiert)

Faktenbox

Absender
mypacing (Sarah Gaier, mypacing.app), Bochum
Stichtag der Zahlen
3. September 2026
Menschen im Forschungsdatenpool
225Stand: 09/2026
Ausgewertete Personentage
113.288Stand: 09/2026
Crash-Episoden
229 (von 96 Menschen)Stand: 09/2026
davon mit lückenloser 7-Tage-Belastungsvorgeschichte
110 (von 40 Menschen)
HRV-Werte mit dokumentierter Messmethode
37.411
Vergleichsmaßstab („morgen wie heute“)
AUC 0,847 auf 16.969 Tagespaaren von 23 Menschen
Anteil der aktivsten Person an den Episoden
11 % (Ende August 2026: 50 %)
Annahme der neuen Tagesfrage zum Schweregrad
74 % nach zehn Tagen (Start 25.08.2026: 9 %)
Zielgruppe der App
Menschen mit ME/CFS, Long COVID, POTS
Regulatorischer Status
keine DiGA (§ 33a SGB V), kein Medizinprodukt
Methodenanhang
mypacing.app/methodenanhang-pressemitteilung.html

Pressemitteilung vom 03. September 2026

Wer an ME/CFS, Long COVID oder POTS erkrankt ist, kennt den Crash: einen Einbruch nach Belastung, der Stunden oder Tage später einsetzt und für Tage bis Wochen aus dem Leben nimmt. Die Frage für alle, die mit Pacing leben, lautet: Woran hätte man ihn kommen sehen können? Um sie zu stellen, braucht es laut mypacing drei Dinge — die Belastung des Tages, den genauen Beginn des Einbruchs und genügend Menschen, damit aus Einzelfällen ein Muster wird.

Belastung ist rückwirkend berechenbar

Der schwierigste Teil war laut Pressemitteilung die Belastung selbst: Wie lange lag der Puls an einem Tag über der persönlichen Grenze? Bis in den Sommer 2026 sei diese Zahl an vier von fünf Tagen nicht vorhanden gewesen und nachträglich nicht rekonstruierbar. Inzwischen speichert die App für jeden Tag ein vollständiges Histogramm der Herzfrequenz mit einer Auflösung von einem Schlag pro Minute. Ändert jemand seine Pulsgrenze, lässt sich die gesamte Vorgeschichte neu berechnen. Im September 2026 liegt dieses Histogramm nach Angaben von mypacing für zwei Drittel aller Tage vor.

Aus Einzelfällen wird eine Kohorte

Ende August 2026 stammte die Hälfte aller markierten Crashs von einer einzigen Person. Zum Stichtag 3. September 2026 verteilen sich 229 Crash-Episoden auf 96 Menschen; der Anteil der aktivsten Person liegt bei 11 Prozent. 49 Menschen haben genau eine Episode beigetragen.

Auch bei den Wearable-Daten hat mypacing nachgebessert: Verschiedene Hersteller messen unter dem Begriff „Herzratenvariabilität“ unterschiedliche Größen — in derselben Datenspalte standen Mittelwerte von 32 Millisekunden für Apple-Geräte und 84 für Whoop. Seit Anfang September trägt jeder der 37.411 HRV-Werte die Angabe, welche Kenngröße in welchem Zeitfenster gemessen wurde.

Eine Person hält ein Smartphone mit geöffneter mypacing-App; der Bildschirm zeigt den Arztbericht mit Verlaufskurven zu Herzratenvariabilität, Schlafdauer und Ruhepuls.
Verlaufsansicht in mypacing mit Herzratenvariabilität, Schlafdauer und Ruhepuls. — Bild: mypacing (KI-generiert)

Ein Vergleichsmaßstab statt eines Modells

mypacing hat einen Vergleichswert berechnet, den es nach eigener Kenntnis in diesem Feld bislang nicht gab. Die Überlegung: Ein Crash dauert selten nur einen Tag. Ein Verfahren, das ausschließlich die Regel „morgen wird wie heute“ anwendet, trifft deshalb häufig richtig, ohne etwas vorherzusagen. Auf 16.969 aufeinanderfolgenden Tagespaaren von 23 Menschen erreicht diese triviale Regel eine AUC von 0,847 — zieht man zufällig einen Crashtag und einen normalen Tag, ordnet sie beide in rund 85 von 100 Fällen richtig ein.

mypacing betont ausdrücklich, dass dieser Wert keine Leistung eines eigenen Modells beschreibt, sondern eine Messlatte: Wer künftig ein Vorhersagemodell für Crashs vorstellt, muss sich daran messen lassen. Ein Vorhersagemodell von mypacing ist nicht im Einsatz.

Daraus folgt laut mypacing die Frage, die sich zu stellen lohnt: nicht, ob jemand heute im Crash liegt, sondern wann ein Crash beginnt. Betrachtet man nur Tage, an denen es der Person am Vortag gut ging, ist die Beharrlichkeit als Erklärung ausgeschaltet. Für diese Frage stehen 110 Episoden von 40 Menschen mit lückenloser Belastungsvorgeschichte der sieben Tage davor zur Verfügung; 20 dieser Menschen haben mehr als eine Episode beigetragen. Die Auswertung ist für die kommenden Wochen geplant und soll unabhängig vom Ergebnis veröffentlicht werden.

Einordnung: Leitlinie und DiGA-Verzeichnis

Die Pressemitteilung verweist auf eine im Juli 2026 im European Respiratory Journal erschienene internationale Leitlinie zur Behandlung von Long COVID (Cao et al., DOI 10.1183/13993003.02611-2025). Nach Darstellung von mypacing hält sie erstmals fest, dass eine aktivierende Rehabilitation erst empfohlen werden soll, nachdem eine Belastungsintoleranz ausgeschlossen wurde; an dem Dokument hätten 60 Fachleute aus zehn Ländern mitgearbeitet. Für Menschen, die Pacing praktizieren, ist das nach Einschätzung von mypacing die bislang deutlichste Bestätigung in einem internationalen Leitliniendokument.

Eine Abfrage des BfArM-Verzeichnisses digitaler Gesundheitsanwendungen (diga.bfarm.de) durch mypacing vom 3. September 2026 ergab: Unter den 79 gelisteten Anwendungen findet sich keine für Long COVID, Post-COVID oder ME/CFS.

„Der Maßstab von 0,847 ist unser nützlichster Beitrag, und er ist kein Ergebnis, sondern ein Messwerkzeug. Wer künftig ein Vorhersagemodell für Crashs vorstellt, weiß jetzt, welche Latte er reißen muss. Das gilt für uns genauso.“ — Siegfried Gaier, Entwickler von mypacing

Drei Vorhaben für die kommenden Monate

Angekündigt sind die Beginn-Analyse, eine Auswertung zur Durchhaltbarkeit von Selbstauskunft bei einer Erkrankung, deren Kernsymptom Erschöpfung ist (Datenbasis: 113.288 Personentage), sowie die Erfassung des Schweregrads einer Episode. Seit dem 25. August 2026 erhebt die App täglich, wie viel an einem Tag möglich war; die Annahme dieser Tagesfrage stieg laut mypacing binnen zehn Tagen von 9 auf 74 Prozent.

Zu den Zahlen

Ein Methodenanhang von mypacing dokumentiert zu jeder genannten Kennzahl Definition und Berechnungsweg. Nach dessen Angaben wurden die Werte am 3. September 2026 per aggregierten Zählabfragen gegen die Produktionsdatenbank geprüft; die Kennzahlen 110 Episoden mit lückenloser Vorgeschichte und AUC 0,847 sind dort als „Methodik bestätigt, Zahl nicht separat nachgerechnet“ ausgewiesen. Datenbankabfragen und Tabellennamen werden aus Wettbewerbsschutzgründen nicht veröffentlicht.

Alle Zahlen: Stand 3. September 2026.

Über mypacing

mypacing ist eine App für Menschen mit ME/CFS, Long COVID und POTS, die beim Pacing unterstützt — der bewussten Einteilung von Belastung, um Krankheitseinbrüche zu vermeiden. Die App wird in Deutschland entwickelt. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Daten pseudonymisiert für die Forschung freigeben. mypacing ist keine digitale Gesundheitsanwendung nach § 33a SGB V und kein Medizinprodukt; die App stellt keine Diagnosen, gibt keine Vorhersagen ab und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Betreiberin ist Sarah Gaier (Einzelunternehmen, Bochum); „mypacing“ ist eine beim DPMA angemeldete Marke (Az. 302026242304.3).

Absender

mypacing — Sarah Gaier (Einzelunternehmen), Am Dornbusch 11, 44803 Bochum, Deutschland. Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV: Siegfried Gaier. Marke „mypacing“: DPMA Az. 302026242304.3. Web: mypacing.app

Quellen

Original-Pressemitteilung: mypacing.app/pressemitteilung-225-menschen.html

Methodenanhang: mypacing.app/methodenanhang-pressemitteilung.html

Leitlinie: doi.org/10.1183/13993003.02611-2025

Wir haben nicht die Antwort gefunden, sondern die Voraussetzung dafür. Neun Monate lang war die wichtigste Zahl — wie viel Belastung lag an diesem Tag an — an vier von fünf Tagen einfach nicht da. Jetzt ist sie da, rückwirkend nachrechenbar, und damit wird aus Zählen Wissen.

Siegfried Gaier, Entwickler von mypacing

Fragen & Antworten zu dieser Meldung

01Was ist ein Crash bei ME/CFS, Long COVID oder POTS?

Als Crash wird bei ME/CFS, Long COVID und POTS ein Einbruch nach Belastung bezeichnet, der Stunden oder Tage nach der Belastung einsetzt und für Tage bis Wochen anhalten kann. Pacing — die bewusste Einteilung von Belastung — zielt darauf, solche Einbrüche zu vermeiden. Die Pacing-App mypacing untersucht mit Daten von Nutzerinnen und Nutzern, ob sich der Beginn eines Crashs anhand der Belastung der Vortage erkennen lässt.

02Welche Datenbasis hat mypacing für die Crash-Forschung, Stand 3. September 2026?

Zum Stichtag 3. September 2026 nennt mypacing 225 Menschen im Forschungsdatenpool, 113.288 ausgewertete Personentage und 229 Crash-Episoden von 96 Menschen. 110 dieser Episoden von 40 Menschen verfügen über eine lückenlose Belastungsvorgeschichte der sieben Tage vor Beginn. Die Definitionen und der Prüfvorgang zu jeder Kennzahl sind in einem öffentlichen Methodenanhang unter mypacing.app dokumentiert.

03Was bedeutet der Vergleichsmaßstab von 0,847?

Der Wert 0,847 ist eine AUC (Area Under the Curve) und beschreibt, wie oft die triviale Regel „morgen wird wie heute“ einen Crashtag korrekt von einem normalen Tag unterscheidet: in rund 85 von 100 Fällen. Berechnet wurde er von mypacing auf 16.969 aufeinanderfolgenden Tagespaaren von 23 Menschen. Er ist ausdrücklich kein Ergebnis eines Vorhersagemodells, sondern eine Messlatte, an der sich künftige Vorhersagemodelle für Crashs messen lassen müssen. Ein Vorhersagemodell von mypacing ist nicht im Einsatz.

04Warum ist die Frage „Wann beginnt ein Crash?“ wichtiger als „Liegt heute ein Crash vor?“?

Weil ein Crash selten nur einen Tag dauert, sagt der Crash-Status von gestern bereits viel über heute aus. Wer nur fragt, ob jemand heute im Crash liegt, misst deshalb vor allem diese Beharrlichkeit. Betrachtet man dagegen nur Tage, an denen es der Person am Vortag gut ging, fällt die Beharrlichkeit als Erklärung weg — erst dann lässt sich prüfen, ob die Belastung der Vortage den Beginn eines Crashs erklärt. mypacing plant diese Beginn-Analyse für die kommenden Wochen und will das Ergebnis unabhängig vom Ausgang veröffentlichen.

05Warum sind HRV-Werte verschiedener Wearable-Hersteller nicht direkt vergleichbar?

Verschiedene Hersteller messen unter dem Begriff „Herzratenvariabilität“ (HRV) unterschiedliche Kenngrößen — etwa RMSSD oder SDNN — und in unterschiedlichen Zeitfenstern. In den Daten von mypacing lagen die Mittelwerte für Apple-Geräte bei 32 Millisekunden und für Whoop bei 84 Millisekunden; der Unterschied geht auf die Messmethode zurück, nicht auf die Menschen. Seit Anfang September 2026 trägt jeder der 37.411 HRV-Werte bei mypacing die Angabe, welche Kenngröße in welchem Zeitfenster gemessen wurde.

06Ist mypacing ein Medizinprodukt oder eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)?

Nein. mypacing ist nach eigenen Angaben keine digitale Gesundheitsanwendung nach § 33a SGB V und kein Medizinprodukt; die App stellt keine Diagnosen, gibt keine Vorhersagen ab und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Laut einer Abfrage von mypacing im BfArM-DiGA-Verzeichnis vom 3. September 2026 ist unter den 79 gelisteten Anwendungen keine für Long COVID, Post-COVID oder ME/CFS verzeichnet.

Zitierfassung

Die Pacing-App mypacing (Bochum) hat am 3. September 2026 den Stand ihrer Forschungsdatenbasis veröffentlicht: 225 Menschen mit ME/CFS, Long COVID oder POTS haben ihre Daten pseudonymisiert freigegeben; daraus liegen 113.288 Personentage und 229 Crash-Episoden von 96 Menschen vor, davon 110 mit lückenloser Belastungsvorgeschichte der sieben Vortage. Als Vergleichsmaßstab für künftige Vorhersagemodelle nennt mypacing eine AUC von 0,847 für die triviale Regel „morgen wird wie heute“ — ausdrücklich keine Leistung eines eigenen Modells. Eine Analyse zum Beginn von Crashs ist für die kommenden Wochen angekündigt und soll unabhängig vom Ergebnis veröffentlicht werden. mypacing ist keine DiGA und kein Medizinprodukt.

Quelle: Pressemitteilung mypacing, 03. September 2026, via Leitquelle (LQ-0005)

Pressematerial

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    Bild: mypacing (KI-generiert) — Verwendung unter Angabe des Urhebers honorarfrei gestattet.

  • Verlaufsansicht in mypacing mit Herzratenvariabilität, Schlafdauer und Ruhepuls.Bild herunterladen

    Bild: mypacing (KI-generiert) — Verwendung unter Angabe des Urhebers honorarfrei gestattet.

Pressekontakt

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Siegfried Gaier
Firma
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Am Dornbusch 11
PLZ/Ort
44803 Bochum
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Über den Absender

mypacing

mypacing ist eine in Deutschland entwickelte App für Menschen mit ME/CFS, Long COVID und POTS, die beim Pacing unterstützt. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Daten pseudonymisiert für die Forschung freigeben. mypacing ist keine DiGA nach § 33a SGB V und kein Medizinprodukt.

Adresse
Am Dornbusch 11, 44803 Bochum, Deutschland
Pressekontakt
Siegfried Gaier
E-Mail
hallo@mypacing.app
mypacing.app

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